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AUSSTELLUNG: DIMA IN DER EISFABRIK – EIN LEBEN IM LEISTUNGSSPORT

Hannover ist eine echte Sportstadt, was Wochenende für Wochenende in verschiedenen Sporthallen, Schwimmhallen und auf diversen Sportplätzen in der niedersächsischen Landeshauptstadt deutlich wird. Einer der absoluten hannoverschen Spitzensportler – auch wenn er die eigene Karriere mittlerweile beendet hat – spielte allerdings nicht Fußball, Handball oder Wasserball, sondern war Judoka. Sein Name: Dimitri Peters.

Dimitri Peters wurde im Frühjahr 1984 in Sibirien geboren – genauer gesagt in Gljaden. Acht Jahre später siedelte er gemeinsam mit seinen Eltern nach Deutschland über und startete 1995, als Elfjähriger, im niedersächsischen Rotenburg mit dem Judosport. „Als Kind war ich sehr aktiv und habe viele verschiedene Sportarten ausprobiert, darunter Fußball, Leichtathletik und Karate, bis ich durch meinen älteren Bruder zum Judo gekommen bin. Ab dem Zeitpunkt hat sich alles um Judo gedreht“, beschreibt Dimitri Peters rückblickend seine sportlichen Anfänge im nordöstlichen Niedersachsen. „Ich bin 2002 nach Hannover gezogen, um den Leistungssport ausüben und hier professionell trainieren zu können und meine sportlichen Ziele zu verwirklichen“, hält Dimitri Peters fest, was ihn einst in die niedersächsische Landeshauptstadt zog, und unterstreicht: „Meinen Lebensmittelpunkt habe ich mir hier aufgebaut, Hannover ist eine sehr schöne Stadt, die viel zu bieten hat. Ich mag die grünen Ecken, zudem gehe ich gern mal etwas essen – und da hat Hannover auch kulinarisch viel im Angebot.“

Bereits im Jahr 2005 holte sich Peters bei der Europameisterschaft der U23 die Goldmedaille – es sollte nicht der einzige Erfolg des Mannes bleiben, der in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm antrat. Bei Welt- und Europameisterschaften sprangen einige dritte Plätze heraus und als seinen größten Erfolg beschreibt der 34-Jährige den Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in London 2012. Während seiner aktiven Zeit zeichnet Dimitri Peters ein extrem starker Wille aus. „Als Sportler ausgemacht haben mich meine Disziplin beziehungsweise mein Ehrgeiz, gesetzte Ziele zu erreichen und alles dafür zu geben. Zudem konnte ich auf Dinge verzichten, täglich an meine Grenzen gehen und aus Niederlagen lernen, um anschließend stärker zu sein. Dazu kommt, dass ich ständig an mir gearbeitet habe, um immer besser zu werden“, so Peters, dessen Sport das Alltagsleben während der Karriere vollständig geprägt hat.

Dimitri Peters beendete Ende 2017 seine Karriere im Leistungssport und macht nun eine Ausbildung zum Notfallsanitäter.

„Zu meiner aktiven Zeit war der Alltag dem Sport angepasst. Ich habe täglich zwei bis dreimal trainiert, da musste die Woche immer straff organisiert werden“, sagt Dimitri Peters, erklärt aber: „Mittlerweile befinde ich mich in der Ausbildung zum Notfallsanitäter. Nun kommen neue Herausforderung auf mich zu, die ich bestmöglich, so wie ich es aus dem Leistungssport kenne, absolviere.“ Apropos neue Herausforderungen: Die warten deshalb auf den langjährigen Judoka, weil er bereits Anfang 2017 bekannt gab, seine Karriere Ende 2017 beenden zu wollen – und das auch in die Tat umsetzte. Besonders schwergefallen ist ihm die Vorbereitung und schließlich folgende Verkündung des Karriereendes übrigens nicht. „Ich habe viele Jahre intensiv Leis­tungssport betrieben und dem Sport viel zu verdanken. In der jüngeren Vergangenheit habe ich dann aber gemerkt, dass es nicht mehr so einfach für mich war, immer 100 Prozent Leistung zu bringen. Ständig unter Erfolgsdruck zu stehen, erzeugt Spannung und macht auf Dauer müde. Und ich hatte ein Alter erreicht, wo ich den Platz für die jüngeren Athleten räumen sollte und wollte“, so Peters, der sich nun freut, mehr Zeit für die Familie zu haben. Und mehr Zeit für künstlerische Themen, denn: Peters ist Protagonist der Ausstellung „Dima – Ein Leben im Leistungssport“.

„Die Idee zu dem Projekt stammt von Fotograf Micha Neugebauer und als er mir davon erzählte, war ich von Anfang an begeistert“, so Dimitri Peters.

„Wir wollen den Menschen näherbringen, was es mit dem Leistungssport alles auf sich hat und ihnen einen Einblick ermöglichen, was alles dazu gehört, das Leben dem Leistungssport zu widmen. Fleiß, Ehrgeiz, Verzicht, Verletzungen, Alltag, Familie, Kinder – das alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht“, erläutert der einstige Topjudoka. Und Peters konstatiert: „Micha Neugebauer begleitet mich mittlerweile seit fast acht Jahren. Um möglichst viel Facetten, die der Leistungssport mit sich bringt, abbilden zu können, ist es wichtig, einen langen Zeitraum dafür aufzuwenden und den Menschen hinter den Erfolgen kennenzulernen. Und genau diesen Menschen stellen wir in der Ausstellung mit tollen Bildern, Videos, Texten und Kommentaren vor.“

„Fleiß, Ehrgeiz, Verzicht, Verletzungen, Alltag, Familie, Kinder – das alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht“, berichtet Peters.

Alle Hannoveraner und diejenigen, die in der Region Hannover leben und an Sport interessiert sind, dürfen sich freuen: Die besagte Ausstellung ist vom 20. Dezember bis zum 13. Januar 2019 in der Galerie für Fotografie (GAF) in der Eisfabrik in der Seilerstraße in der han­noverschen Südstadt zu sehen. Die offizielle Eröffnung findet am 19. Dezember um 19 Uhr statt – und Dimitri Peters wird selbstverständlich vor Ort sein.

www.michaneugebauer.de

Text: Rouven Theiß
Bilder: Micha Neugebauer