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BEI LICHT BETRACHTET – TEIL 1

Hannover und Sport – diese Kombination passt auf vielen Ebenen einfach perfekt zusammen. Dass die niedersächsische Landeshauptstadt auch gut und gerne den Titel Sportstadt tragen könnte, wird nicht zuletzt an den Beispielen Hannover 96 und TSV Hannover-Burgdorf – 96 spielt bekanntlich in der Fußball-Bundesliga, die Recken aus Burgdorf im handballerischen Pendant – deutlich. Doch Hannover hat noch viel mehr Spitzensport der Extraklasse zu bieten als den, der in diesen beiden Clubs seit vielen Jahren, teilweise schon seit Jahrzehnten, zelebriert wird.

Drei Beispiele, die nicht im ständigen medialen Fokus wie die beiden genannten Vereine stehen, sind jeweils Einzelsportler – und ganz eng mit Hannover verbunden. Zumindest seit einigen Jahren, denn von den drei besagten Sportlern stammt keiner gebürtig und ursprünglich aus der Hauptstadt Niedersachsens oder ist hier aufgewachsen. Ihre Namen: Ruth Sophia Spelmeyer, André Breitbarth und Igor Wandtke. Während Ruth Sophia Spelmeyer sich der Leichtathletik verschrieben und dort ihre sportliche Heimat im Bereich des Laufens gefunden hat, sind André Breitbarth und Igor Wandtke noch kämpferischer unterwegs. Der Grund: Die beiden Männer sind überaus erfolgreiche Judoka.

TEIL 1 – IGOR WANDTKE
„KÄMPFEN MIT LEIDENSCHAFT UND SIEGESWILLEN“

Igor Wandtke im Trainingskampf mit Dimitri Peters, der in Wettkämpfen in der Gewichtsklasse bis 100 kg antritt. Bild: Micha Neugebauer.

Seine zweite Heimat hat Igor Wandtke, ein Judoka von internationalem Format, in Hannover gefunden. „Ich bin in erster Linie 2011 nach Hannover gezogen, um mich in meinem Sport weiterzuentwickeln. In die Stadt selber habe ich mich erst auf den zweiten Blick verliebt. Mit Hannover verbinde ich mittlerweile nicht nur den Sport, sondern auch meinen Freundeskreis und ein Stück weit auch Familie“, sagt Igor Wandtke, der gebürtig aus Lübeck stammt und in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm antritt. Die Liebe zu seinem Sport wurde ihm dabei quasi in die Wiege gelegt. „Meine Eltern betreiben eine Sportschule und so bin ich mit der Sportart schon immer in Kontakt gewesen. Irgendwann hat es mir nicht mehr gereicht, nur am Rand zu sitzen und zuzuschauen und ich dachte mir, dass ich das auch kann. Im Laufe der Jahre habe ich die Sportart mehr und mehr lieben gelernt und stehe seit 23 Jahren auf der Matte“, sagt Wandtke. Während der Zeit in der niedersächsischen Landeshauptstadt schärfte der 27 Jahre alte Wandtke sein sportliches Profil und entwickelte sich stetig weiter.

Im Olympiastützpunkt Hannover am Maschsee mit Trainingspartner Tim Gramkow. Bild: Micha Neugebauer.

„Ich bin eine absolute Kämpfernatur und ein Stehaufmännchen. Im Training zeichne ich mich durch Willensstärke, Durchhaltevermögen und Disziplin aus und das macht sich im Wettkampf bemerkbar. Ich kämpfe mit Leidenschaft und Siegeswillen“, sagt Igor Wandtke, der seinen sportlichen Höhepunkt nicht an einem Turnier festmachen kann. „Für mich war der größte Erfolg die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016. Aufgrund einer langen Verletzungsphase konnte ich an der zweijährigen Qualifikation nur ein Jahr aktiv teilnehmen. Dennoch habe ich es in dieser kurzen Zeit geschafft, mich auf Platz zehn der Welt vorzukämpfen und mir so den Start in Rio de Janeiro ermöglicht. Dort habe ich dann den neunten Platz belegt, doch für mich war der Weg dorthin der weitaus größere Erfolg“, berichtet der Judoka, der festhält: „Mein großes Ziel ist nicht nur die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio, sondern auch, dort eine Medaille zu gewinnen – am liebsten natürlich Gold!“

Text: Rouven Theiß