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BEI LICHT BETRACHTET – TEIL 2

Hannover und Sport – diese Kombination passt auf vielen Ebenen einfach perfekt zusammen. Dass die niedersächsische Landeshauptstadt auch gut und gerne den Titel Sportstadt tragen könnte, wird nicht zuletzt an den Beispielen Hannover 96 und TSV Hannover-Burgdorf – 96 spielt bekanntlich in der Fußball-Bundesliga, die Recken aus Burgdorf im handballerischen Pendant – deutlich. Doch Hannover hat noch viel mehr Spitzensport der Extraklasse zu bieten als den, der in diesen beiden Clubs seit vielen Jahren, teilweise schon seit Jahrzehnten, zelebriert wird.

Drei Beispiele, die nicht im ständigen medialen Fokus wie die beiden genannten Vereine stehen, sind jeweils Einzelsportler – und ganz eng mit Hannover verbunden. Zumindest seit einigen Jahren, denn von den drei besagten Sportlern stammt keiner gebürtig und ursprünglich aus der Hauptstadt Niedersachsens oder ist hier aufgewachsen. Ihre Namen: Ruth Sophia Spelmeyer, André Breitbarth und Igor Wandtke. Während Ruth Sophia Spelmeyer sich der Leichtathletik verschrieben und dort ihre sportliche Heimat im Bereich des Laufens gefunden hat, sind André Breitbarth und Igor Wandtke noch kämpferischer unterwegs. Der Grund: Die beiden Männer sind überaus erfolgreiche Judoka.

TEIL 2 – RUTH SOPHIA SPELMEYER
„DIE BALANCE ZWISCHEN AN- UND ENTSPANNUNG FINDEN“

Ruth im Vollsprint – ästhetisch, kraftvoll und kaum einzuholen. Bild: Micha Neugebauer.

Ruth Sophia Spelmeyer ist in Deutschland derzeit das Nonplusultra im 400-Meter-Lauf der Frauen. Die 27-Jährige startet für den VfL Oldenburg und hat in der genannten Disziplin seit 2015 alle Titel auf Bundesebene abgeräumt. Mittlerweile ist sie in Hannover heimisch geworden. „Ich komme zwar weder gebürtig aus Hannover noch bin hier aufgewachsen, lebe hier aber seit 2010. Hannover ist meine Wahlheimat und ich fühle mich sehr wohl“, sagt Ruth Spelmeyer, die in Hildesheim Psychologie studiert und sich auf Rat ihrer Sportlehrerin in der Grundschule einst bei einem Leichtathletik-Verein anmeldete. „Irgendwann später habe ich dann die 400 Meter für mich entdeckt“, hält Spelmeyer fest, die als ihren größten Erfolg, neben einigen deutschen Meistertiteln, die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro bezeichnet. „Mein nächstes großes Ziel ist es, auch in Tokio 2020 wieder olympische Luft zu schnuppern.“

Eine Verletzungspause zwang sie zu alternativen Trainingsmethoden – hier beim Aerial Yoga im Bewegungsstudio Moving Bones in Linden. Bild: Micha Neugebauer.

Und was macht die Sportlerin aus? „Als Sportlerin macht mich aus, dass ich eine gute Balance finde zwischen Entspannung und Anspannung, also bewusst umschalten kann zwischen hoher Disziplin, starkem Willen und Konzentration und dem Gefühl, zumindest kurz loslassen zu können“, konstatiert sie. Und diese Fähigkeit des bewussten Umschaltens dürfte auch ein Grund dafür gewesen sein, dass Spelmeyer in den vergangenen Jahren so schnell auf den Tartanbahnen dieser Welt unterwegs war.

Text: Rouven Theiß