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Kunst und Kultur im Herzen der Südstadt

Die Hannoveraner Südstadt ist bekannt für ihre künstlerische Note. Zahlreiche Galerien und Ausstellungsräume sorgen dafür, dass es den Kunst-Freunden garantiert nie langweilig wird. Eine herausragende Rolle spielt hier die Eisfabrik als ein Zentrum der Künste. Neben regelmäßig wechselnden Ausstellungen in verschiedenen Bereichen gehen auf dem 5.000 Quadratmeter großen Areal an der Seilerstraße Tanz- und Theatervorführungen über die Bühne.

Seit März 2014 hat auch der Verein zur Förderung der Fotografie in Hannover sein Domizil in der Eisfabrik und betreibt dort seitdem in der Blauen Halle die Galerie für Fotografie (GAF). Geöffnet hat die GAF immer von Donnerstag bis Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr – und die Besucher kommen vor Ort in den Genuss erzählender Fotografie. Gemeint sind damit Bilder, die sich kritisch mit dem Zeitgeschehen und der Gesellschaft auseinandersetzen.

In dieses Raster passt mehr denn je die aktuelle Ausstellung, die den Titel „Flucht“ trägt und noch bis zum 26. März läuft. Die entsprechenden Fotografien dazu stammen von Emin Özmen, Ali Nouraldin, Gordon Welters und Ole Spata. „In den letzten Jahren hat wohl kein Thema Europa so sehr beschäftigt wie die Flüchtlingskrise“, unterstreicht die Galerie für Fotografie in ihrer Ankündigung und hält weiter fest: „In der Ausstellung ‚Flucht‘ widmen sich vier Fotografen in ihren Serien und Reportagen dem Schicksal von Flüchtlingen.“ Die beteiligten Fotografen sind übrigens durchaus als hochkarätig zu bezeichnen. Der 32-jährige Emin Özmen erhielt für seine Fotos zwei Mal den World Press Photo Award, Ali Nouraldin hat Journalismus an der Al-Azhar University in Gaza studiert, Gordon Welters ist eine deutsche Fotografen-Ikone, Ole Spata Hannoveraner Foto-Student.

Weniger aufwühlend, aber keinesfalls langweilig, geht es ab Anfang April im Rahmen der nächsten Ausstellung mit dem Namen „ist doch so“ weiter. Die Vernissage findet am 5. April um 19 Uhr statt, die mehr als 40 Farbfotografien von Frank Schinski sind anschließend bis zum 7. Mai zu sehen. Mit der Kamera im Gepäck ist es Schinski, dem sich laut Ankündigung „beim Fotografieren die Welt erklärt“, perfekt gelungen, sich an das Wesentliche alltäglicher Begebenheiten heranzutasten. Als „unauffällig teilnehmender Beobachter“ beleuchtet er im wahrsten Sinne des Wortes Bereiche, die dem öffentlichen Blick in der Regel verschlossen bleiben. Dazu gehören die Garderobe der Schauspieler im Festspielhaus, die Umkleidekabine einer Fußball-Mannschaft oder das Fließband von VW.

Objekte und Gemälde

Wer sich statt Fotos lieber verschiedene Kunstobjekte ansieht, ist in der Eisfabrik übrigens ebenfalls genau richtig. Die Ausstellungsreihe „Kunst in der Weissen Halle“ bietet nämlich sowohl hannoverschen als auch internationalen Künstlern ein Forum, um sich und ihre Werke ansprechend zu präsentieren. Ein Besuch lohnt sich also in vielfacher Hinsicht.

www.gafeisfabrik.de
www.eisfabrik.com

Text und Fotos: Rouven Theiß

Quelle: radius/30, Ausgabe 1/2017