Intelligente Gartentechnik – Teil 1

29. Juli 2021

GARDENA

„Bodensensor an Wasserpumpe: Hier ist es ziemlich trocken. Schalte dich ein und bewässere.“ – „Wetterstation an Wasserpumpe: Ich habe gehört, du sollst bewässern. Es soll morgen sehr heiß werden. Bewässere mindestens 10 Minuten.“ – „Zentrale an Rasenmähroboter: Die Pumpe geht gleich an – es wird nass. Fahr ohne Umwege in deine Garage.“ Während normalerweise menschliche Hände Schalter an Geräten ein- oder ausschalten, sind es bei der Gartenautomation intelligente Systeme, die miteinander kommunizieren. Klingt ein bisschen wie Science Fiction, ist aber inzwischen Alltag in vielen Gärten.

Sofaähnliche Loungemöbel, gemütliche Outdoor-Teppiche oder wohnliche Stehlampen – Terrasse und Garten werden immer mehr zum „grünen Wohnzimmer“. Die Grenzen zwischen innen und außen verschwimmen. Und der Trend des Smarthome entwickelt sich mit „nach draußen“. Die Versprechen von intelligenter Gartentechnik – Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort – sind verlockend. Doch wer sich erstmals mit dem Thema beschäftigt, sieht sich einem verwirrend großen Angebot an unterschiedlichen Standards und Herstellern gegenüber. Für Einsteiger empfiehlt es sich deshalb, ein System eines Herstellers auszusuchen und sich aus dessen Produktsortiment zu bedienen. Damit ist die Kompatibilität der einzelnen Geräte untereinander und mit dem System gesichert. Die komfortablen Systeme sind anwenderfreundlich und leicht bedienbar.

Fortgeschrittene wagen sich an individuelle Lösungen: Mit einer zentralen Steuerung werden unterschiedlichste Komponenten – beispielsweise Gartenbewässerung, Alarmanlage oder zentrale Heizungssteuerung – zu einem System verbunden, sodass sie untereinander kommunizieren können. Die Komponenten können dabei von verschiedenen Herstellern sein, solange sie kompatibel sind. Den Möglichkeiten sind hier kaum Grenzen gesetzt – wer Spaß an Digitalisierung und Programmierung hat, kann sich mit etwas Geschick eine eigene individuelle Lösung schaffen.

RASEN UND PFLANZEN

Rasenmähroboter

Der kleine Gehilfe ist inzwischen fast schon ein „Klassiker“ des smarten Gartens. Rasenmähroboter sind – nach den Staubsaugerrobotern – die in Deutschland am häufigsten genutzten Serviceroboter. Die Auswahl an Herstellern ist groß wie beispielsweise Husqvarna, Gardena, Robomow, Bosch oder Worx. Entscheidend ist bei allen, dass das Modell zur Größe und den Anforderungen des Gartens passt. Dann noch den Begrenzungsdraht verlegen – ein meist stromführendes dünnes Kabel, das entweder auf oder ein kleines Stück in der Erde verlegt wird, die zu mähende Fläche eingrenzt und vom Rasenmähroboter per Induktion erkannt wird – und schon kann es losgehen. Der Mähroboter sucht sich mithilfe von Stoß-, Abstands-, Kipp- und Wettersensoren seinen scheinbar unkoodinierten Weg über die Fläche. In Wirklichkeit liegt dem scheinbar zufälligen Abfahren ein klares System zugrunde, das dafür sorgt, dass alle gewünschten Bereiche erreicht und gemäht werden.

Der Husqvarna Automower 305 kann über Bluetooth mit der Automower® Connect-App vollständig per Smartphone gesteuert werden. | Foto: Husqvarna

So niedlich er wirkt: Ein Mähroboter ist kein Spielzeug und kann bei falscher Anwendung Kinder oder Tiere verletzen. Deshalb ist es wichtig, die Gebrauchsanweisung zu beachten. Wer Bereiche vom regelmäßigen Mähen ausspart, kann dort eine Wildblumenwiese anlegen und Insekten Nahrung und Unterschlupf ermöglichen. Festgelegte Zeitpläne – insbesondere das Vermeiden von nächtlichem Mähen – schützen Wildtiere, die sich nachts auf Futtersuche im Garten bewegen. Intelligente Mähroboter lassen sich per App und inzwischen sogar teilweise per Sprachbefehl über Smart Speaker steuern.

Für die effiziente Bewässerung im Garten gibt es den GARDENA smart Sensor. Er ermittelt die Bodenfeuchte und -temperatur und passt die automatische Bewässerung im smart system an. | Foto: GARDENA
Bewässerung

Die beste Zeit zum Bewässern seiner Pflanzen ist in den frühen Morgenstunden. Doch nicht jeder hat Zeit oder Lust, morgens mit Gießkanne oder Wasserschlauch durch den Garten zu ziehen. Die Lösungen sind vielfältig: Ein Wassercomputer kann an den Wasserhahn von Hauswasser oder Brunnen angeschlossen werden. Eine smarte Pumpe kann zeitgesteuert Wasser pumpen und damit Flächen bewässern, stößt aber bei unterschiedlichen Bewässerungskreisen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Große Gärten mit verschiedenen Bewässerungszonen für beispielsweise Mikrobewässerung in Beeten und unterschiedlichen Rasenflächen können automatisiert effizient und wassersparend bewässert werden.

Text: Susanne Bührer