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WOHNTRENDS IM FOKUS – TEIL 2

Ganz bewusst das Unperfekte wahrzunehmen, lehrt das japanische Wabi Sabi. Die Bezeichnung „Einrichtungstrend“ ist hier eigentlich wenig passend, denn es ist eher eine Lebenseinstellung des Zen Buddhismus. Der Begriff Wabi Sabi lässt sich nur schwer übersetzen. Wabi bedeutet ursprünglich „allein“ oder „sich einsam fühlen“, Sabi wird häufig mit „Patina“ gleichgesetzt. Was auf den ersten Blick wenig erstrebenswert klingt, hat eine neue, fast poetische Konnotation bekommen: Es geht um die Würde des Alterns und die Liebe des Makels und darum, die Schönheit im Unperfekten zu sehen. Wabi Sabi steht damit häufig in Kontrast zu unseren Erwartungen an Design: Hier unterliegt ein Produkt einem hohen Anspruch an Perfektion und Funktion. Bei Wabi Sabi geht es dagegen um Natürlichkeit, Wertfreiheit und organische Formen. Rundungen und Wölbungen lösen geometrische und sachliche Formen ab, natürliche Stoffe stehen im Vordergrund.

Bilder: Sita Seebach

DIE NEUE NACHHALTIGKEIT

Aber auch in Europa geht der Trend zu altbewährten Materialien und Stoffen: Cord und Samt tauchen wieder vermehrt auf. Und noch ein Werkstoff kehrt zurück in die Möbelindustrie: Linoleum. Bereits 1860 wurde es als Gemisch aus Leinöl, Korkmehl und Jutegewebe zum elastischen Fußbodenbelag entwickelt. Heute verwenden es Möbelhersteller als Tischplatte oder Sideboardfront in ihren Kollektionen. Auch Massivholz bleibt einer der wichtigsten Werkstoffe in der Möbelindustrie. Nicht nur die Verwendung von natürlichem Material zeigt den Megatrend der Nachhaltigkeit, Käufer achten zunehmend auch auf eine nachhaltige Produktion. Heimische Hölzer, Stein aus einem nahegelegenen Steinbruch oder Manufakturen vor Ort profitieren von diesem Trend. Auch Upcycling gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Ob gekauft oder selbst gemacht – der Individualisierungsgrad ist bei diesen Anfertigungen hoch. Für diese besonderen Möbelstücke sind Käufer durchaus bereit, mehr Geld auszugeben.


MANUFACTUM

Produkte nutzen und nicht verbrauchen – das ist die Philosophie von Manufactum. Nachhaltigkeit steht ganz oben – sowohl bei den Produkten als auch bei ihrer Fertigung wird auf eine verantwortungsvolle, ressourcenschonende und sozialverträgliche Herstellung geachtet. Dabei wird auf klassische Materialien wie Holz, Glas, Leder und Metall gesetzt, aber auch neue Materialien und Recyclingstoffe werden in das Sortiment aufgenommen. Ursprünglich war Manufactum ein klassischer Versandhändler, doch inzwischen gibt es in Deutschland zusätzlich 10 Warenhäuser, in denen die Produkte vor Ort gekauft werden können. Ein umfangreiches Lebensmittelsortiment, Bistros sowie Veranstaltungen und Workshops ergänzen das Angebot. Anfang November eröffnet eines der Warenhäuser in der Georgstraße in Hannover.
www.manufactum.de