Vernissage zum Mega-Kunstwerk „Pixel of Rock“: Starkes Statement für die City of Music

17. April 2026 / Kultur

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Bild: Stefan Kohl

Text: Stefan Kohl

Familiäre Party-Stimmung bei der Premiere in den Peppermint-Park-Studios, wo der Fotograf Marc Theis seine Ausstellung „My World of Music“ präsentiert. Stargäste des Abends: die Scorpions.

Was für eine tolle Überraschung! Scorpions-Fan Manfred aus Mannheim wird heute 47. Um den Geburtstag zu feiern, hat er vor Wochen einen Tisch im Restaurant Funky Kitchen über den Peppermint-Studios gebucht, in denen die Rockband ihre Alben „Unbreakable“ und „Rock Believer“ aufgenommen hat. Von der Ausstellungseröffnung hatte er keine Ahnung. Umso begeisterter ist er, dass er hier auf seine Idole trifft.

Als Scorpions-Fan seit dem 8. Lebensjahr hat der gebürtige Pole sie schon 235 Mal live erlebt. Jetzt erwartet er aufgeregt und in kurzen Hosen die Ankunft der Stars. Und obwohl drinnen Journalisten und das Vernissage-Publikum auf sie warten, nehmen sie sich Zeit für ihre Fans, die teils seit Stunden vor der Event-Location ausgeharrt haben. Leadgitarrist Matthias Jabs entsteigt seinem knallgelben Aston-Martin-Cabrio und signiert mitgebrachte Platten. Einer hat eigens dafür die eigentlich längst vergriffene „Wind of Change“-Sonderedition mit Berliner Mauerstück aufgetrieben. Jabs hört den Preis und staunt: „Wie viel man mit Resten noch verdienen kann …“

Party mit Freunden und Wegbegleitern

Drinnen herrscht Party-Stimmung mit Familienatmosphäre. Rund 250 Freunde und Wegbegleiter der Musiker und Ausstellungsmacher sind gekommen, um sich die Musikfotografien von Marc Theis anzuschauen. Dazu zählen 16 bisher unveröffentlichte Porträts, großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen unter anderem von der Jazzsängerin Norah Jones und dem Country-Star Brad Paisley. Die hat Theis mit geschlossenen Augen fotografiert. „Ich wollte eine ganz andere Bildsprache entwickeln: Der Musiker hört seine Musik, geht in sich rein“, erklärt Theis. Denn die Aufgabe des Fotografen sieht er so: „Eine andere Sicht auf das zu finden, was alle sehen.“ Dazu kommen Konzertfotografien zahlreicher internationaler und nationaler Größen wie Snoop Dogg, Beyoncé, Joss Stone, Die Toten Hosen sowie der Hannoveraner Band Fury in the Slaughterhouse.

Talk auf dem roten Sofa

Dann ist es endlich so weit, der große Raum mit dem Mega-Kunstwerk wird geöffnet. Dort erwartet die Gäste das nach Angaben der Ausstellungsmacher weltgrößte Fotomosaik, das Theis zusammen mit dem Künstler und Galeristen Tobias Schreiber erschaffen hat. Auf einer Fläche von 100 Quadratmetern zeigt das monumentale Werk eine Szene vom Geburtstagskonzert der Scorpions im vergangenen Jahr in Hannover. Das Besondere: Es setzt sich aus über 150.000 etwa 3 mal 2 Zentimeter kleinen Einzelbildern zusammen, die teils mit Hochleistungstechnologie, teils in mühevoller Handarbeit aus unveröffentlichten Konzertaufnahmen generiert wurden.

Nach der Ausstellung wird die Leinwand in quadratische Unikate im LP-Format zerschnitten, die Sammler für 150 Euro als Erinnerungsstücke erwerben können. Scorpions-Sänger Klaus Meine stellt auch noch eine von der Band signierte Sonderedition in Aussicht. 30 Prozent der Einnahmen gehen an den Verein Kinderherz Hannover, der die Kinderherzchirurgie der Medizinischen Hochschule unterstützt. Bevor sie bereitwillig und gut gelaunt für zahllose Selfies mit den Gästen posieren, lümmeln sich die Scorpions zusammen mit den Ausstellungsmachern auf ein rotes Sofa und beantworten die Fragen von Per Eggers und Philipp Engelhardt, den Moderatoren der Morning-Rock-Show von Radio 21. 25 Jahre begleite er die Scorpions als Fotograf, erzählt Theis. Das Weltrekordwerk sei sein nachträgliches Geschenk an die Band zum runden Geburtstag. Und das kommt an. Meine: „Ich bin überwältigt und geflasht. Das ist ein großes Statement für Hannover, die City of Music!“

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Mai freitags von 18 bis 20 und samstags von 12 bis 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

www.pixel-of-rock.de

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