Lebenswertes Celle: Fachwerkstadt mit Charme

16. Oktober 2020

In den über 500 denkmalgeschützten Fachwerkhäusern der Altstadt haben sich zahlreiche inhabergeführte Geschäfte angesiedelt.

Das größte zusammenhängende Fachwerkensemble Europas. Das erste 24-Stunden-Museum der Welt. Das älteste noch bespielbare Barocktheater Europas. Einer der größten Heilpflanzengärten Europas. Die erste Stadt Norddeutschlands, die hinsichtlich ihres nachhaltigen Handelns mit der Auszeichnung „Nachhaltige Destination“ zertifiziert wurde. Celle, Kreisstadt mit 70.000 Einwohnern, überrascht mit einigen Superlativen.

Charakteristisch ist das malerische Welfenschloss und die charmante Altstadt mit ihren ungefähr 500 Fachwerkhäusern teilweise aus dem 16. Jahrhundert, die liebevoll restauriert und unter Denkmalschutz stehend in den Erdgeschossen zahlreichen individuellen kleinen Läden eine Heimat bieten. Die Stadt Celle ist außerdem die Stadt der kurzen Wege: Natur und Kultur, Barock und Bauhaus, Aktivurlaub und Wellness – hier ist alles nah beieinander und schnell zu erreichen.

Wirtschaftsstandort Celle

Celle ist mehr als nur eine anheimelnde Tourismus-Destination, die mit viel Fachwerk in der Altstadt, mit Barockschloss und großartigen Parkanlagen brilliert. Die Stadt ist zugleich auch außerhalb des Hotel- und Gastgewerbes und touristischer Dienstleistungen, die eine wichtige Säule der örtlichen Wirtschaft darstellen, ein starker Wirtschaftsstandort im Wirtschaftsraum Hannover.

Wussten Sie, dass Celle mit seinen über 50 Unternehmen der Wertschöpfungskette aus der Erdöl- und Erdgasbohr- und -serviceindustrie und der Geothermiebranche mit etwa 8.000 Beschäftigen in internationalen Fachkreisen als das „Houston Europas“ bezeichnet wird? Dass die gesamte mitteleuropäische Produktion der Knäckebrotmarke „Wasa“, heute zu Barilla gehörig, aus Celle stammt? Und dass das größte Möbelhaus Niedersachsens, Möbel Wallach, verkehrsgünstig an der B3 im Süden der Stadt liegt und für Gäste aus dem Großraum Hannover gut erreichbar ist? Dass der größte Ausstatter von Baumarkt-Sortimenten, die Firma Conmetall-Meister, seinen Vertrieb und seine Lagerlogistik mit vielen Hunderten Mitarbeitenden von Celle aus organisiert? Und dass es auch feine kleine Unternehmen wie den Bootsbauer Rehberg gibt, der nach Kundenwunsch hand werklich hochwertige Ruderboote baut?

Das mag vielleicht überraschen. Aber doch ist die Zusammensetzung der in Celle ansässigen Unternehmen und Branchen ausgesprochen vielgestaltig. Etwa 5.200 Gewerbebetriebe mit über 35.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sorgen für einen Einpendlerüberschuss von fast 12.000 Berufstätigen. Deutlich mehr Menschen kommen von auswärts und gehen in Celle ihrer Arbeit nach als umgekehrt. Die Branchenschwerpunkte liegen im Bereich Tourismus, Erdöl-, Erdgas- und Geothermieservices, Brunnenbau, Maschinen- und Anlagenbau, Werkzeugbau, Gasmotorentechnik, Fernwärme, Präzisionstechnik, Wasserreinigung und -aufbereitung, Haustechnik und natürlich zahlreiche unternehmensbezogene bzw. endkundenorientierte Dienstleistungen, Handel und Gastronomie.

Mittwochs und samstags erstreckt sich der Wochenmarkt vom Alten Rathaus über die Stechbahn neben der Stadtkirche St. Marien bis hin zum Schloss- platz und bietet allerlei saisonale und regionale Köstlichkeiten.

Leben und Wohnen in der Fachwerkstadt

Auch was das Leben und Wohnen in Celle angeht, sind die Weichen Richtung Zukunft gestellt. Ein Großprojekt, das am Rande der Altstadt immer mehr Formen annimmt, ist die Bebauung der Allerinsel. Hier entsteht ein neuer Stadtteil. Acht Gebäude mit insgesamt 103 Wohneinheiten sollen dort errichtet werden. Weitere Wohngebäude sind in Planung und komplettieren so nach und nach die Allerinsel. Im neuen Quartier wird, um der Familienfreundlichkeit Rechnung zu tragen, eine Kita angesiedelt. Celle ist viel mehr als nur historische Altstadt – auch wenn diese natürlich Dreh- und Angelpunkt des städtischen Lebens ist. Schon immer gehen in der Residenzstadt Tradition und Moderne Hand in Hand. Neues und Innovatives ergänzen das Bewährte.

Der Fokus wird vermehrt auf Celle als modernem Wohnstandort gelegt. Dazu zählt auch das Angebot an bezahlbarem Bauland. Die Baugebiete, die derzeit ausgewiesen werden und teilweise bereits in der Vermarktung sind, werden innerhalb der Stadtgrenzen entwickelt. Nordöstlich der Celler Innenstadt ist das Wohngebiet „Am Vorwerker Bach“ in Planung. Hier sind etwa 15 bis 20 Bauplätze für Einfamilienhäuser vorgesehen, der Schwerpunkt liegt hierbei auf einem möglichst nachhaltigen und ökologischen Hausbau. Aufgrund der sehr guten, gewachsenen Infrastruktur in Vorwerk ist das künftige Wohngebiet vor allem für Familien interessant, die ein Ideal leben möchten: die Kombination aus modernem, energieeffizientem Bauen und stadtnahem Leben.

Die charakteristische Pfennigbrücke wurde bereits um 1900 errichtet und gilt als Ein- und Ausgang zur Innenstadt. Wer sie früher passieren wollte, musste einen Pfennig Brückenzoll entrichten.

Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge im Interview

Seit dem 24. Februar 2017 ist Dr. Jörg Nigge Oberbürgermeister von Celle. radius/30 sprach mit ihm über aktuelle politische Entwicklungen, seine Ziele für Celle und darüber, was die Stadt auch für Hannoveranerinnen und Hannoveraner attraktiv macht. Den vollständigen Artikel über Celle sowie das Interview mit Dr. Nigge, einen Artikel über das Landgestüt Celle und die Gedenkstätte Bergen-Belsen lesen Sie in unserer aktuellen Herbstausgabe.