Drei auf einen Streich! Unterwegs auf der 3-Türme-Tour

11. September 2026 / Region

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Bild: Christian Wiegand

Text: Hans-Georg Sievers

Bad Pyrmont, die Stadt der Quellen und die Stadt der Türme. Gleich drei Aussichtstürme lagern sich um Bad Pyrmont: der Bismarckturm auf dem Königsberg, der Schellenturm und der Spelunken­turm. Der Naturpark-Wanderweg „3-Türme-Tour“ verbindet alle drei miteinander.

Selbst sportliche Wanderer stellt die Tour vor eine große Herausforderung. Denn es sind mehr als 420 Höhen­meter zu überwinden, und die sind stellen­weise ganz schön steil. Wer da nicht ins Schwitzen kommt, ist zumindest gut trainiert.

Mit zwei Freunden treffe ich mich am Brunnenplatz in der Mitte von Bad Pyrmont, wo die 3-Türme-Tour startet. Links herum oder rechts herum? Das ist die Frage. Oder anders ausgedrückt: Erst zum Spelunkenturm (190 Höhenmeter) oder erst zum Bismarckturm (130 Höhenmeter)? Da es zum Spelunkenturm auf dem Schlangenweg sehr steil bergan geht und wir lieber steil bergauf als steil bergab gehen, wählen wir den Weg durch die imposante Bombergallee am Rande des Bergkurparks. Diese grüne Achse verbindet den historischen Kurpark mit dem Bomberg, auf dem der Spelunkenturm steht. Wie durch einen mächtigen grünen Tunnel wandern wir zwischen den beiden Reihen aus eng gepflanzten 145 Jahre alten Lindenbäumen langsam höher.

Die letzten Meter zum Spelunkenturm haben es dann wirklich in sich. Schnaufend stehen wir schließlich vor dem denkmalgeschützten Stahlgerippe des 1896 eröffneten Turms – und vor weiteren 139 Stufen bis zur Aussichtsplattform. Oben entschädigt der Blick für alle Mühe. Wie in einem Miniaturland liegt der Kurort zu unseren Füßen und am Horizont grüßt das Lipper Bergland. Benannt ist der Turm übrigens nach der Spelunkengesellschaft, einer „Vereinigung trinkfester, humoriger und fröhlicher Männer“. Diese Vereinigung unterstützte Ende des 19. Jahrhunderts mit viel Engagement soziale und öffentliche Einrichtungen in Bad Pyrmont und steuerte zum Bau des Spelunkenturms 20.000 Goldmark bei.

Auch wenn der Abstecher zur nahen Sennhütte (es sind nur 600 Meter) und die Aussicht auf eine Erfrischung verlockend erscheint: Wir wollen weiter. Also folgen wir dem Markierungszeichen, dem blauen „PY4“ auf orangenem Grund, wieder hinunter ins Tal bis zum Waldparkplatz Langer Grund im oberen Schellental. Angenehm weich ist der Boden, jeder Schritt schwingt und das Laub raschelt unter den Füßen. Der Buchenwald präsentiert sich abwechslungsreich und ab und an erhaschen wir einen kurzen Blick ins Tal.

Ab dem Waldparkplatz Langer Grund warten knapp 100 Höhenmeter bis zum Schellenturm auf uns. Zum Glück geht es meistens moderat bergan. Nur das letzte Stück hinauf zur ehemaligen Höhenburg Schell-Pyrmont will erobert werden. Nach einem kurzen schmalen und steilen Pfad stehen wir vor und kurz darauf auf dem Schellenturm, der aus den Bruchsteinen der Höhenburg errichtet wurde. Wir genießen den traumhaften Blick über das Schellental nach Bad Pyrmont und hinüber zum Spelunkenturm sowie zu unserem nächsten Ziel, dem Bismarckturm.

Der Abstieg leitet uns zunächst durch den ehemaligen Burggraben. Den Pfad hat der Stadtforst Bad Pyrmont extra für die 3-Türme-Tour angelegt. Eine kleine Meisterleistung, denn auch zahlreiche Treppenstufen mussten die Mitarbeiter im Waldboden verankern. Nach 200 Metern erreichen wir sicher die Bergstraße und gelangen zum Germanengrab. Ein Fels erinnert an einen einst hier be­grabenen germanischen Edelmann. Dessen sterblichen Überreste wurden 1908 mitsamt einem eisernen Kurzschwert bei Ausgrabungen geborgen und dem örtlichen Museum übergeben.

Viele Schritte abwärts später überlegen wir am Wanderparkplatz Im Friedensthal, ob wir den kurzen Abstecher zum Schellenhof nehmen. Doch wir entscheiden uns, vor der Belohnung durch eine längere Pause erst noch den letzten Aufstieg in Angriff zu nehmen, denn heute hat das Turmcafé im Bismarckturm geöffnet. Nach 100 Höhen­metern sitzen wir in der Gartenwirtschaft auf dem Königsberg. Wir lassen uns mit Kaffee und Kuchen verwöhnen und stärken uns für die 139 Stufen hinauf zur oberen Plattform des 1913 erbauten Bismarckturms. Unten schlängelt sich die Emmer durch die Wiesen. Weiter rechts grüßen die Häuser von Bad Pyrmont und dahinter die von Lüdge.

Nun geht es nur noch abwärts. Über den Westrücken des Königsbergs steigen wir vorbei an den spärlichen Resten der Hünenburg hinunter zum Ortsrand von Bad Pyrmont. Bei der St. Petri-Kirche haben wir die Innenstadt schon fast erreicht. Die letzten Meter flanieren wir entlang der Geschäfte in der Fußgänger­zone. Und am Brunnenplatz schließlich strecken wir die Beine aus. Wir haben es geschafft! 11,6 Kilometer mit viel Auf und viel Ab, insgesamt 421 Höhenmeter. Das reicht für heute. Und zum Finale dürfen sich unsere müden Beine in den HUFELAND Thermen von Bad Pyrmont erholen.

www.naturpark-weserbergland.de/naturparkwanderwege

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