Jan Wilko Heinzel: „Mein Herz schlägt für den Norden“

30. September 2020

Extremsportler, studierter Meteorologe – und als gebürtiger Springer ein Kind der Region Hannover: Die Rede ist von Jan Wilko Heinzel. Der 29-Jährige ist Highdiver, stürzt sich also aus schwindelerregender Höhe ins Wasser, arbeitete nach seinem Studium an der Uni Hannover und ist nun bei einem Unternehmen in Freiburg im Breisgau beschäftigt. Wie er Beruf und Sport unter einen Hut bekommt und wie er überhaupt zum Klippen- und Turmspringen gekommen ist, verrät er in unserem Interview.

radius/30: Sie sind studierter Meteorologe und in Ihrer Freizeit Highdiver, also Klippenspringer. Wie passt das zusammen?

Jan Wilko Heinzel: Das erfordert natürlich ein gutes Zeitmanagement. Für mich ist das Adrenalin beim Sport ein perfekter Ausgleich zur geistigen Arbeit unter der Woche.

Seit wann betreiben Sie Ihren tendenziell eher außergewöhnlichen Sport und wie sind Sie zu dieser Sportart gekommen?

Als ich 13 Jahre alt war, habe ich ein Gartentrampolin bekommen und darauf den ganzen Winter lang trainiert. Den nächsten Sommer war ich dann fast jeden Tag im Freibad, um von den Sprungtürmen zu trainieren – und das bei Wind und Wetter. Mit 16 war ich endlich alt genug, um nach Hannover fahren und dort Sprünge vom Zehn-Meter-Turm im Stadionbad unternehmen zu können. Dort kam ich in Kontakt mit dem klassischen
Turmspringen und dann 2008 mit Highdivern. Seit 2009, also seit elf Jahren, trainiere ich explizit Highdiving. 2010 habe ich an meinem ersten Wettkampf teilgenommen.

Sie stammen aus Springe, leben mittlerweile aber in Freiburg. Gibt es Orte in der Region Hannover – außer Schwimmbädern –, an denen Sie Ihren Sport ausüben konnten?

Tatsächlich bin ich häufig verbotenerweise von den Brücken des Mittellandkanals gesprungen. Die haben wenigstens eine Höhe von 16 Metern. Die Wettkampfhöhe bewegt sich allerdings zwischen 20 und 27 Metern.

Wie sieht das Training aus und wie oft pro Woche findet es statt?

Das Training ist sehr facettenreich – von Krafttraining im Fitnessstudio bis hin zum Training der Bewegungsabläufe auf dem Trampolin. Natürlich geschieht der Großteil der Einheiten aber im Wasser, beziehungsweise auf dem Zehn-Meter-Turm. Ich versuche, mindestens zweimal pro Woche ins Wasser und ein- bis zweimal ins Fitnessstudio zu gehen.

Starke Nerven: Jan Wilko Heinzel bei einem Übungssprung in den Urnersee in der Schweiz. Dort hat ein Urgestein des Sports eine Klippe gepachtet und eine Plattform im Fels angebracht.

Wie viele Wochen im Jahr sind Sie für den Sport unterwegs? Und an welchen Orten war das Klippen- beziehungsweise Turmspringen besonders?

Ich würde sagen, so gute vier bis sechs Wochen bin ich im Jahr im Ausland. Ich habe zum Glück einen Job, bei dem ich im Winter viele Überstunden aufbauen kann, um diese im Sommer für den Sport zu nutzen. Ganz besonders war der Wettkampf auf den Philippinen, an dem ich zweimal
teilgenommen und sogar beide Male gewonnen habe.

Interview: Rouven Theiß

Das vollständige Interview mit Jan Wilko Heinzel …

… lesen Sie in unserer aktuellen radius/30 Herbstausgabe. Darin unter anderem die Antworten auf die Fragen, ob man vom Klippenspringen leben kann und was das TV-Format Ninja Warrior mit Jan Wilko Heinzel zu tun hat.