kreHtiv Netzwerk Hannover zeichnet Netzwerkideen aus

15. Dezember 2020

Die drei Gewinner des kreHtiv Ideenpreises – (v.l.) Dr. Irving Wolther (Foto: Christian Spielmann, NDR), Daniel Pflieger (Foto: Geheimpunkt), Franz Betz (Foto: Daniel Moeller)

Das kreHtiv Netzwerk Hannover hat im Rahmen seiner jährlichen Mitgliederversammlung drei kreative Netzwerk-Projekte für das nächste Jahr mit je 1000 Euro prämiert. Damit sollen Kreativschaffende aus der Region Hannover unterstützt werden. Die Branche mit ihrer großen Anzahl an Soloselbstständigen ist von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie besonders hart betroffen. Das hat auch die Arbeit des Netzwerks in diesem Jahr geprägt. Die Ausschreibung des Ideenpreises war daher ein optimistischer Blick in das nächste Jahr.

kreHtiv Netzwerk zeigt sich solidarisch

Ausgezeichnet wurden drei Projekte von Mitgliedern, die sich für eine größere Solidarität und Zusammenarbeit innerhalb der Branche einsetzen. Geocaching- und Schatzsuchen-Experte Daniel Pflieger, Gründer von GeheimPunkt, will einen Geocache entwickeln, bei dem eine kleine Spende für die von Corona betroffene Kulturszene der Region hinterlassen werden muss, bevor sich das Logbuch öffnet. Gestaltet werden könnte dieser besondere Geocache in Zusammenarbeit mit anderen Kreativen aus dem Netzwerk.

Der Lichtkünstler Franz Betz unterstützt gemeinsam mit seinen Projektpartnerinnen Sonja Steiner und Sarah Franke die Kunstszene Hannovers. Unter dem Motto #kaufthannoverkunst können lokale Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentieren und so potenzielle Käuferinnen und Käufer auf sie aufmerksam machen. Der Gestaltungsprozess der Kunstschaffenden wird dazu journalistisch begleitet. Außerdem werden sie durch Workshops fit gemacht, selbst medial in Erscheinung zu treten.

Die Musikcommunity stellt Dr. Irving Wolther in den Fokus seines Projekts. Der Online-Musikwettbewerb mit dem Titel „HÖREN!“ soll das bewusste Hören von Musik wieder in den Vordergrund stellen. In jeder Folge von „HÖREN!“ stellen die Teilnehmenden ein beliebiges (auch eigenes) Musikstück und seine Geschichte vor bzw. eine persönliche Begebenheit oder Emotion, die sie damit verbinden. Nach Vorstellung aller 20 Beiträge findet die gegenseitige Bewertung der Teilnehmenden statt, der Sieger oder die Siegerin und vier weitere Bestplatzierte können dann in der nächsten Folge wieder Songs vorstellen. Gerade für Musikschaffende, die 2020 unter dem Veranstaltungsverbot litten, eine tolle Art sich wieder musikalisch zu betätigen.

Ausgewählt wurden die Prämierten des kreHtiv Ideenpreises 2020 durch eine Jury, bestehend aus dem Vorstand und Beirat des Vereins sowie den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle.

2020 – anders als geplant, aber alles andere als ruhig

Natürlich war auch das kreHtiv Netzwerk selbst in diesem Jahr sehr aktiv, auch wenn viele der ursprünglichen Pläne nicht umgesetzt werden konnten. Netzwerkveranstaltungen, in denen Kreative untereinander, aber auch mit Akteurinnen und Akteuren anderer Branchen vernetzt werden, mussten entfallen oder ins Digitale verlegt werden, geplante Großveranstaltungen, wie der jährlich stattfindende IDN-Blvd. im Zuge des Maschseefestes, wurden abgesagt. Trotz allem war die Rolle des Netzwerks als erste Anlaufstelle für professionelle Kreative aus der Region nie deutlicher als in diesem Jahr.

So wurde schnell eine laufend aktualisierte Webseite mit Informationen zu Corona-Soforthilfen geschaltet, auf dem Onlineportal Welcome-Home.de konnten Kreativschaffende, soziale Initiativen und Standortgemeinschaften ihre digitalen Angebote präsentieren und die Plattform Hannover trägt Maske, die gemeinsam mit hannoverimpuls initiiert wurde, zeigte nicht nur eine große Auswahl an Maskenhersteller*innen und Designer*innen, sondern auch eine ganze Reihe an Maskenbotschafter*innen aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik. Darüber hinaus verwaltete das kreHtiv Netzwerk den Fonds für Digitales der Region Hannover, bei dem 70 Non-Profit Organisationen, Vereine und Social Start Ups mit bis zu 20.000 Euro in ihren Digitalisierungsvorhaben unterstützt wurden.

Gemeinsam mit der Initiative UNTER EINEM DACH und durch die Unterstützung der Region konnte darüber hinaus das Modeprojekt „Fashion born in Hannover“ auch unter Corona-Bedingungen erfolgreich gestartet werden. Hier läuft noch bis zum 19.12. der PopUp-Store mit über 20 Labels aus Hannover in der Freifläche by Göing in Bothfeld. Zuletzt war das kreHtiv Netzwerk zuständig für die Ausrichtung der digitalen Herbsttagung der deutschlandweiten Kreativförderungsgesellschaften und hat gemeinsam mit dem Dachverband Kreative Deutschland einen Digitalgipfel zum Thema Kollaboration veranstaltet. Die auch nationale Vernetzung ist für das Netzwerk insbesondere in dieser Zeit wichtiger denn je.