Willkommen im Naturpark Weserbergland

04. März 2022 / Natur und Umwelt

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Foto: GeTour GmbH

Eine abwechslungsreiche und vielfältige Mittelgebirgslandschaft, geprägt durch den Flusslauf der Weser, ausgedehnte Wälder, Täler mit kleinen Bächen und felsige Steilkanten mit beeindruckenden Ausblicken über die Landschaft – der Naturpark Weserbergland begeistert als beliebtes Naherholungsgebiet in Niedersachsen.

Doch es ist nicht nur die einmalige Landschaft, die den Naturpark Weserbergland so besonders macht: Eine bunte Mischung aus Natur- und Landschaftsschutzgebieten, Städten und Dörfern, Heilbädern sowie Schlössern und Burgen der Weserrenaissance ziehen zunehmend Menschen in die Region. Insgesamt 105 Naturparke gibt es in Deutschland, davon 14 in Niedersachsen. Sie ziehen einerseits Touristen an und bringen ihnen Naturschutz nahe, andererseits sorgen sie aber auch dafür, dass die empfindlichen Naturräume nicht überstrapaziert und zerstört werden.

„Wir verstehen uns als Brückenbauer und Moderator zwischen den unterschiedlichen Interessensgebieten wie Naturschutz, Grundbesitzer, Kommunen, Tourismus, Landwirtschaft und Forstwirtschaft sowie Ehrenamt“, erklärt Christian Wiegand, Geschäftsführer des Naturparks Weserbergland. 1975 wurde der Naturpark gegründet. Lange Zeit wurde er ehrenamtlich geführt und war damit deutlich schwächer aufgestellt als andere Naturparke, die über mehrere Personalstellen verfügen. Auf Wunsch seiner beiden Träger, der Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg, sollte sich das ändern: Zunächst wurde 2018 der „Naturparkplan 2030“ erstellt, in dem mehrere Aufgaben des Naturparks mit verschiedenen Prioritäten formuliert wurden. Das wichtigste Ergebnis des Naturparkplans war aber, eine hauptamtliche Geschäftsführung einzustellen. Begünstigt durch ein Förderprogramm des Landes Niedersachsen konnte dies gelingen: Seit dem 1. April 2021 wird der Naturpark von Christian Wiegand hauptamtlich geführt. Unterstützt wird er dabei seit dem 1. August 2021 von Christiane Hoffmann.

Der Naturpark erstreckt sich mit einer Größe von rund 1.060 km2 über den gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont und die südliche Hälfte des Landkreises Schaumburg. Im Nordosten wird er durch den Deister begrenzt und im Südwesten durch die Ottensteiner Hochebene. Im Nordwesten reicht er bis ans Wesergebirge und im Südosten bis zum Ith. „Die Höhen der Mittelgebirge haben einen großen Reiz: Sie sind historisch bedingt bewaldet. Und wir haben einen sehr hohen Anteil an Naturwald. Das ist eine Besonderheit des Naturparks Weserbergland. Diese Wälder werden nicht bewirtschaftet, sondern können sich ungestört und natürlich entwickeln.“ Eine weitere Besonderheit ist der Wechsel zwischen der Fluss- und Offenlandschaft der Weser. Einzigartig sind unter anderem die Felsformationen des Ith und Süntel, die Süntel-Buche oder seltene Tier- und Pflanzenarten wie die Gelbbauchunke, Wildkatze oder Pyramidenorchis. Um die Natur bestmöglich zu schützen, besteht ein Großteil des Naturparkgebiets aus Schutzgebieten wie Landschafts- oder Naturschutzgebieten, EU-Vogelschutzgebieten und verschiedenen Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH-Gebiete).

Ausflugsziele im Naturpark

Zu beliebten Ausflugszielen im Naturpark gehören der Hohenstein, der Ithkamm oder der Hamelner Schweineberg. An ihnen wird eine wichtige Aufgabe des Naturparks deutlich, die im Naturparkplan als „Nachhaltiger Tourismus/Erholung“ bezeichnet wird: Der Naturpark will gute Naherholungsangebote schaffen und pflegen, dabei aber empfindliche Naturräume schonen. Das gelingt beispielsweise, indem er die beiden „Qualitätswege Wanderbares Deutschland“ – den Weserberglandweg und den Ith-Hils-Weg – in seinem Gebiet pflegt und für ihre Nach-Zertifizierung durch den Deutschen Wanderverband sorgt. „Eine Auszeichnung des Deutschen Wanderverbands ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein langer Weg“, erklärt Christian Wiegand. Der Deutsche Wanderverband legt mit seinem Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ deutschlandweite Standards für Wanderwege fest. Die Maßstäbe sind hoch. Anforderungen sind wanderfreundliche Wege mit vielen Pfaden und naturnahen Wegen, eine sichere Wegemarkierung und Beschilderung, zahlreiche naturräumliche Erlebnispunkte, kulturelle Sehenswürdigkeiten sowie Service und Versorgung unterwegs. Diese Anforderungen müssen mit den Regeln des Naturparks übereingebracht werden. Jeder Wegweiser, der im Wald aufgestellt wird, muss mit dem zuständigen Förster abgestimmt werden. Christian Wiegand ist zufrieden: „Wir haben ein paar kurze Rundwanderwege zertifiziert. Zusätzlich läuft ein Projekt für Rundwanderwege vor Ort, die den Namen ‚Naturpark-Wanderwege‘ tragen sollen und die bereits nach sehr strengen Kriterien ausgewählt wurden. Sie sollen den Naturpark bekannter machen in der Region. So sorgen wir für Infrastruktur und das nicht nur heute, sondern auch noch in zehn Jahren.“ Die ausgewählten Wege werden zusammen mit den Kommunen und unter Beteiligung der Grundeigentümer realisiert. Als Naturpark-Wanderwege sind beispielsweise der „Götterpfad“ bei Coppenbrügge, die „Klüt-Erlebnis-Runde“ bei Hameln, der „Rodenberger Höhe(n)weg“ und der „Erdfälle Rundweg“ bei Bad Pyrmont geplant. Bei der Pflege und Instandhaltung setzt Wiegand auch auf ehrenamtliche Hilfe: Der Weserberglandweg wird bereits überwiegend von ehrenamtlichen Wegepaten betreut.

Seltene Tierarten wie die scheue Wildkatze sind im Naturpark zu Hause. | Foto: Mike Elbers, VDN

Projekte im Naturpark

Unter dem Dach des Naturparks Weserbergland wird eine Vielzahl verschiedenster Projekte durchgeführt. Dabei stehen Naturschutzthemen genauso im Fokus wie Projekte für die Menschen im Naturpark. Die Vielfalt reicht vom Erhalt seltener Pflanzen- und Tierarten bis hin zur Bildung der Kleinsten, denn schon im Kindesalter soll das Verständnis für das Verhältnis zwischen Mensch und Natur geschaffen und gefördert werden. Der Naturpark Weserbergland hat es sich außerdem zum Ziel gesetzt, Naturräume und Einrichtungen für alle barrierefrei zugänglich zu machen.

Kommunikation und Umweltbildung

Ein weiteres Ziel des Naturparkplans ist es, ihn nach außen bekannter zu machen. Die dort lebenden Menschen sollen mehr und mehr registrieren, dass sie in ihm leben, und sich darüber freuen. Umweltbildung, also „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE), ist eine wichtige Aufgabe des Naturparks. Den Besucherinnen und Besuchern des Naturparks sollen die Schönheit der Natur, aber auch ihre Schutzbedürftigkeit kennenlernen. Der Naturpark kann und muss das nicht allein leisten. Zahlreiche Waldpädagog*innen, Umweltverbände wie NABU oder BUND, Bildungsträger oder Wald-Kindergärten widmen sich dieser Aufgabe. Der Naturpark unterstützt ihre Arbeit, indem er beispielsweise regelmäßige Netzwerktreffen organisiert und indem er mit dem Naturpark-Online-Veranstaltungskalender eine Plattform für Veranstaltungen rund um den Naturpark bietet.

Regionale Produkte aus dem Naturpark

So vielfältig wie der Naturpark Weserbergland ist, so vielfältig sind auch die hier erzeugten Produkte. Viele ansässige Direktvermarkter stellen ihre Produkte vor Ort her, beziehen ihre Rohstoffe aus dem Naturpark und vermarkten ihre Erzeugnisse wie Obst und Gemüse, Rind- oder Wildfleisch, Geflügel, Vollkornbäckereiprodukte oder Eier direkt vor Ort. Auf einigen Höfen stehen Verkaufsautomaten, die einen Einkauf auch außerhalb der Geschäftszeiten – beispielsweise bei einer Radtour am Wochenende – ermöglichen. Regionaler Genuss bedeutet im Naturpark Weserbergland auf kurzen Wegen beste Qualität einkaufen zu können. Christian Wiegand fasst die Vorteile zusammen: „Ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Ressourcen, Klimaschutz durch kurze Transport- und Einkaufswege, die Stärkung der regionalen Wirtschaft und das Bewusstsein für die eigene Heimat sind nur ein Teil der positiven Effekte des regionalen Einkaufs.“ 

www.naturpark-weserbergland.de

Text: Susanne Bührer

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